Die letzte Karawane
Folgt er der alten Route oder dem riskanten Weg eines fremden Führers?
Beginning
Idris ibn Marwan hatte sein ganzes Leben in der Wüste verbracht, und er kannte ihre vielen Stimmen — das Flüstern des Windes über die Dünen, das Knirschen des Sandes unter den Hufen der Kamele, die tiefe, lauernde Stille der Nächte, in der man die Sterne nicht nur sah, sondern zu hören glaubte. Aber an diesem Nachmittag, am dreizehnten Tag des Marsches, hörte er eine Stimme, die er fürchtete, eine, die er nur wenige Male in seinem Leben vernommen hatte: das ferne, dumpfe Grollen am südlichen Horizont, wo der Himmel die Farbe von altem Kupfer angenommen hatte und eine Wand aus Dunkelheit langsam, unaufhaltsam, höher wuchs.
Ein Sandsturm. Und kein kleiner.
Er zügelte sein Kamel auf der Höhe einer Düne und blickte zurück über die Karawane, die sich hinter ihm durch das Meer aus Sand zog — vierzig Kamele, schwer beladen mit Salzbarren und Ballen aus indischer Seide, mit Säcken voll Gewürzen und Truhen, deren Inhalt er keinem anvertraute, dreißig Männer, Treiber und Wächter und Kaufleute, und ganz hinten, an der Spitze ihrer eigenen kleinen Schar, sein Sohn Tarek, sechzehn Jahre alt und zum ersten Mal auf der großen Route. Es war Idris' letzte Reise; das hatte er sich geschworen, als sie aus der Stadt am Fluss aufbrachen. Mit dem Gewinn dieser Fahrt würde er sich zur Ruhe setzen und Tarek die Karawane übergeben. Eine letzte Reise. Er hatte nicht gewusst, wie wahr das werden könnte.